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Silvius Leopold Weiss
(1687-1750)

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Geschichte einer Webseite
von Laurent Duroselle

Ein Freund von mir pflegt zu sagen: Wenn Bach nicht Gottvater ist, dann muss er der fünfte Evangelist sein. Ich weiß nicht, ob dieser Ausspruch von ihm selber stammt; aber auf jeden Fall entspricht er völlig der Wahrheit. Wie sonst sollte man den Meister bezeichnen?

Als leidenschaftlicher Verehrer von J.S.Bach und Gelegenheitsgitarrist stieß ich bald auf S.L.Weiss. Sein Stil ist seinem Zeitgenossen auffallend nahe, manchmal gar zum Verwechseln ähnlich. Um sie auseinander zu halten, muss man die Werke von beiden gut kennen. Faszinierend ist außerdem zu entdecken, dass Bach 1685 geboren wurde und Weiss 1687, nur zwei Jahre später, (siehe Leben) und dass beide 1750 gestorben sind!

Über Bach haben wir eine über die Maßen reiche Literatur zu unserer Verfügung, die Bücher und die Webseiten kann man kaum zählen. Über Weiss wurde seltsamerweise nur sehr wenig geschrieben.

Man mag einwenden, dass er nur Werke für die Laute geschrieben hat (von seinen kammermusikalischen Werken sind uns leider nur die Lautenstimmen erhalten) Trotzdem wäre bei dem wiedererwachten Interesse an Barockmusik zu erwarten gewesen, dass auch über diesen außergewöhnlichen Musiker mehr geschrieben wird.

Denn bei ihm handelt es sich nicht um einen obskuren Komponisten aus einem Lexikon für Musik (obwohl nebenbei gesagt sein Name nur in wenigen auftaucht), sondern man kann ihn mit Fug und Recht den "Bach der Laute" nennen.

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Deshalb habe ich Menschen gesucht, die sich für Weiss interessieren und mir die nötigen Informationen verschaffen können, um eine Webseite zu erstellen.

Es liegt mir fern zu beanspruchen, dass ich dieses Thema vollständig erschöpfen könnte: Es gibt noch viel zu entdecken. Ich möchte einfach die Informationen über ihn sammeln und vielen zugänglich machen.

Die wenigen Seiten über Weiss (siehe Links), waren nicht einmal in den wichtigsten Suchmaschinen verzeichnte. So musste ich meine Suche nach dem Zufallsprinzip bei den ensprechenden Musikinstituten beginnen.

Nach beinahe erfolgloser Suche war es wie eine Befreiung für mich, als ich die Forschungen von Timothy Crawford entdeckte: Eine vorbildliche und unvergleichliche Arbeit über Weiss.

Ich rief eine email-Liste ins Leben und lud zur Teilnahme ein. Einer der wenigen, die geantwortet haben, war zu meiner großen Überraschung Tim. Das hatte ich nicht zu hoffen gewagt, denn er spielt eine wesentliche Rolle bei der ganzen Sache (siehe Geschichte einer Wiederentdeckung). Die Freundlichkeit seiner Antwort gab mir meinen Mut wieder zurück.
Ich machte mich an die Arbeit: Durchsicht der Informationen, Auswahl, Ineinanderfügen und Erstellung der Seite.

Dann erlaubte mir der Lautenist Michel Cardin seine Erläuterungen zum Londoner Manuskript zu veröffentlichen. Seine Freundlichkeit und Hilfe sind nicht selbstverständlich bei der beträchtlichen Arbeit, die er durch die Gesamtaufnahme dieses Manuskripts auf sich genommen hat.

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Was sie jetzt vor sich haben, sind die Früchte einer Leidenschaft. Meine Hoffnung ist, diese Seite mit der Zeit immer mehr anzureichern. Das kann ich verständlicherweise nicht alleine schaffen. Ich möchte Sie dazu einladen, sich in den freundschaftlichen Ring derer, die bei der Erstellung dieser Seite mitgewirkt haben, einzureihen. Nur so kann diese Arbeit fortgeführt werden. Ich wünsche mir, dass dadurch Ihr Interesse geweckt wurde, Silvius Leopold Weiss zu entdecken, bzw. wiederzuentdecken.